Kurz erklärt
Deine Kundinnen und Kunden suchen nicht mehr nur bei Google, sondern auch in ChatGPT, Gemini und Co. Damit du dort auftauchst, brauchst du weiterhin gutes SEO als Basis, denn GEO ersetzt SEO nicht, es baut darauf auf. Was neu dazukommt: Inhalte, die eine Frage sofort beantworten, KI-Crawler, die nicht gesperrt sind, und Erwähnungen auf anderen Seiten. Starte mit den Quick Wins aus der Search Console und teste, ob ChatGPT dich bei echten Kundenfragen nennt.
SEO und GEO entscheiden heute darüber, ob dein Unternehmen auftaucht, wenn Kundinnen und Kunden bei Google oder in ChatGPT nach einer Lösung suchen. Dieser Artikel fasst das ONELINE Webinar «SEO & GEO» vom 2. Oktober 2026 zusammen und zeigt, wie sich die Suche verändert und welche Massnahmen jetzt Priorität haben.
SEO und GEO im Überblick: Drei Disziplinen, ein Ziel
Google stellt die Ergebnisseite für jede Suchanfrage neu zusammen. Je nach Suchabsicht und Standort erscheinen Anzeigen, eine KI-Übersicht, lokale Ergebnisse, weitere Fragen oder klassische organische Treffer. Gleichzeitig suchen Menschen in KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini und Perplexity sowie auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Reddit. Die Customer Journey beginnt also nicht mehr nur bei Google.
Das Webinar unterscheidet drei Disziplinen:
- SEO (Search Engine Optimization): gefunden werden. Das Ziel ist ein gutes Ranking, der Fokus liegt auf Keywords, Technik und Backlinks.
- AEO (Answer Engine Optimization): die Antwort sein. Gefragt sind knappe, strukturierte Antworten für Snippets und Sprachsuche.
- GEO (Generative Engine Optimization): als Quelle genannt werden. Hier zählen Autorität, Kontext und Maschinenlesbarkeit, gemessen an Zitierungen und Erwähnungen.
GEO ersetzt SEO nicht. KI-Systeme greifen auf Seiten zurück, die gecrawlt, verstanden und als vertrauenswürdig eingestuft werden. Die Basis bleibt gute SEO-Arbeit, also saubere OnPage und OffPage Optimierung. GEO ist die nächste Schicht darüber.
Warum Rankings allein nicht mehr reichen
Immer mehr Suchen enden ohne Klick
In den ersten vier Monaten 2026 endeten laut SparkToro 68,01 % der Google-Suchen in den USA ohne Klick. Im Jahr 2024 waren es 60,45 %. Die Zahlen für 2026 stammen aus dem Clickstream-Panel von Similarweb, die für 2024 vom Datenanbieter Datos, und beide beziehen sich auf die USA. Für die Schweiz liegt diese Zahl nicht vor.
Position 1 bringt weniger als früher
Laut Backlinko erhält das erste Ergebnis im Schnitt 27,6 % der Klicks, die Top 3 zusammen mehr als die Hälfte. Mit einer KI-Übersicht verschiebt sich das Bild. Ahrefs hat 300’000 Keywords untersucht und festgestellt, dass die Klickrate für Position 1 bei Keywords mit KI-Übersicht zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 um 58 % gesunken ist.
Wer zitiert wird, bekommt mehr Klicks
Seer Interactive hat informationelle Suchanfragen von 42 Kundenseiten ausgewertet. Im dritten Quartal 2025 lag die organische Klickrate bei einer Zitierung in der KI-Übersicht bei 0,70 %, ohne Zitierung bei 0,52 %. Das sind 35 % mehr Klicks. Seer weist selbst darauf hin, dass die Ursache offen ist: Möglicherweise werden starke Marken einfach öfter zitiert und öfter geklickt.
So entsteht eine KI-Antwort
Eine KI-Antwort entsteht in fünf Schritten:
- Eine Person stellt eine Frage in natürlicher Sprache.
- Die KI zerlegt sie in mehrere Teilfragen und sucht dafür nach Quellen.
- Passende Textstellen werden herausgesucht.
- Das Sprachmodell fasst die besten Stellen zusammen.
- Die Antwort erscheint mit wenigen Quellen-Links.
Daraus folgt für deine Inhalte:
- Jeder Abschnitt muss für sich verständlich sein, denn die KI zitiert Textstellen und keine ganzen Seiten.
- Themen müssen breit und tief abgedeckt sein, weil für eine Frage viele Teilfragen gesucht werden.
- Inhalte, die technisch nicht erreichbar sind, etwa hinter einem Login, werden nicht gefunden.
Technik: Die Basis für Google und KI
Crawler zulassen oder sperren
Prüfe als Erstes robots.txt, XML-Sitemap, noindex-Tags und Canonicals. Behebe ausserdem 404-Fehler und Weiterleitungsketten. Danach lohnt sich ein Blick auf die KI-Crawler. Gemäss der Dokumentation von OpenAI ist der OAI-SearchBot für die Suche in ChatGPT zuständig, der GPTBot für das Training. Wer den OAI-SearchBot sperrt, erscheint nicht in den Suchantworten von ChatGPT, höchstens noch als Navigationslink.
Bei Google steuert das Token Google-Extended laut Google, ob deine Inhalte für das Training künftiger Gemini-Modelle und für das Grounding in Gemini-Apps genutzt werden. Auf die Aufnahme in die Google-Suche hat es keinen Einfluss. Eine Sperre betrifft also nicht die klassische Suche.
Strukturierte Daten und lesbares HTML
Mit Schema-Markup erkennen Maschinen, wer du bist und was du anbietest. Die empfohlene Basis ist:
- Organization oder LocalBusiness: Name, Adresse, Telefon, Logo und Profile
- Person: Autorinnen und Autoren mit Expertise
- Article: Autor, Datum und Aktualisierung
- Product, Offer und Review: für Produkte und Bewertungen
Wichtige Inhalte sollten ausserdem direkt im HTML stehen und nicht erst per JavaScript nachgeladen werden.
Content: Antwort zuerst
Ein Abschnitt wird zitierfähig, wenn er die Frage sofort beantwortet. Statt mit einer langen Einleitung zu starten, steht unter der Überschrift «Was kostet eine Wärmepumpe?» gleich die Antwort, danach folgen Details, Tabelle und Beispielrechnung. Das Webinar nennt vier Regeln:
- Die Frage steht als H2, so formuliert, wie Kunden fragen.
- Die Antwort steht in den ersten 40 bis 60 Wörtern, danach folgen die Details.
- Ein Abschnitt behandelt ein Thema und ist für sich allein verständlich.
- Autor und Datum sind sichtbar, der Inhalt wird regelmässig aktualisiert.
Dafür eignen sich modulare Bausteine: FAQ-Block, How-to-Schritte, Definition, Do and Don’ts, Infobox mit Zahl und ein klarer Call-to-Action.
Was bei SEO-Texten bleibt und was sich ändert
Gleich bleiben das Hauptkeyword in Title, H1, URL und erstem Absatz, genau eine H1 mit mehreren H2 und H3 sowie Bilder mit Alt-Text. Empfohlen sind Absätze bis 150 Wörter und Sätze bis 20 Wörter. Neu sind diese Punkte:
- Die Länge richtet sich danach, was nötig ist, nicht nach einer Wortzahl.
- Entitäten ersetzen die Keyword-Dichte: Begriffe, Marken und Orte zählen.
- KI hilft bei Recherche und Entwurf, doch eigene Erfahrung, Daten und Beispiele müssen dazukommen.
- Fakten werden mit Quelle belegt, und die Aktualität ist sichtbar.
Autorität: Wer über dich spricht, zählt
Suchsysteme und KI bewerten nicht nur deine Website, sondern auch das, was ausserhalb über dich steht. Dazu gehören drei Hebel:
- E-E-A-T zeigen: echte Projekte und Fallbeispiele, Autorenseiten mit Qualifikation, Impressum, Bewertungen und Zertifikate.
- Eindeutige Entität: Name, Adresse und Telefon sind überall identisch, das Google-Unternehmensprofil ist gepflegt, und für lokale SEO sind Bewertungen zentral.
- Erwähnungen: Fachmedien, Verbände, Vergleichsseiten und Plattformen wie YouTube, LinkedIn oder Reddit. Bei Suchen wie «beste X in Y» tauchen oft Listenartikel von Dritten auf. Wer dort vorkommt, gewinnt.
Bei den Backlinks gilt weiterhin Qualität vor Quantität. Ein Link von einer anerkannten Fachseite wiegt mehr als viele Links von beliebigen Seiten. Mehrsprachige Websites sollten jede Sprache vollständig ausbauen und hreflang korrekt setzen, da KI-Systeme in der Sprache der Frage antworten.
SEO, GEO und Google Ads: Kein Entweder-oder
Google Ads wirken sofort und lassen sich nach Region, Zeit und Budget steuern, jeder Klick kostet jedoch Geld. SEO und GEO wirken langsamer, bauen aber dauerhaft Wert auf. Erste Quick Wins zeigen sich erfahrungsgemäss nach 4 bis 8 Wochen, eine spürbare Wirkung nach 3 bis 8 Monaten. Das ist ein Erfahrungswert und keine Garantie.
Seer hat zudem gemessen, dass die Anzeigen-Klickrate bei informationellen Suchanfragen mit KI-Übersicht von 19,70 % im Juni 2024 auf 6,34 % im September 2025 gefallen ist. Die Empfehlung lautet deshalb: Google Ads für Sofortwirkung und Tests nutzen und Keywords, die in Ads gut konvertieren, auf die SEO-Prioritätenliste setzen.
Erfolg messen: Neue Kennzahlen für GEO
Neben Rankings und Traffic zählen im Webinar diese Kennzahlen:
- Impressionen und Klicks in der Google Search Console, inklusive KI-Übersichten und AI Mode
- eine eigene Kanalgruppe «KI» in Google Analytics 4 für chatgpt.com, perplexity.ai, gemini.google.com und Copilot
- die Sichtbarkeit der Marke im SISTRIX AI-Check
- Zitierungen und Erwähnungen in KI-Antworten im Vergleich zu Mitbewerbern
- ein Prompt-Set mit 20 bis 50 echten Kundenfragen, das du monatlich testest
Rechne in den ersten Monaten damit, dass Impressionen steigen, Klicks aber ausbleiben. Das ist normal, weil KI-Übersichten deine Seite zeigen können, ohne dass jemand klickt. Zitierungen schwanken zudem von Tag zu Tag, deshalb täuschen Einzeltests. Am Ende zählen Anfragen und Umsatz, nicht nur Besucherzahlen.
Der 90-Tage-Fahrplan
Tag 1 bis 30: Analyse und Technik
- SEO- und GEO-Audit
- Quick Wins aus der Search Console, zum Beispiel Keywords auf Position 4 bis 20
- KI-Crawler und robots.txt prüfen
- Schema-Basis einrichten
Tag 31 bis 60: Content
- Die wichtigsten Seiten nach dem Prinzip «Antwort zuerst» überarbeiten
- FAQ- und Info-Bausteine ergänzen
- Briefings für neue Cluster-Seiten erstellen
- Interne Verlinkung ausbauen
Tag 61 bis 90: Autorität und Monitoring
- Unternehmensprofil und Bewertungen pflegen
- Erwähnungen, PR und Verzeichnisse aufbauen
- Prompt-Tracking starten
- Monatliches Reporting einführen
Deine To-dos ab morgen
- Keywords auf Position 4 bis 20 aus der Search Console exportieren
- Bei deinen fünf wichtigsten Seiten die Kernantwort in höchstens 50 Wörtern an den Anfang stellen
- robots.txt und Firewall prüfen: Sind KI-Crawler zugelassen?
- Organization- oder LocalBusiness-Schema und Autorenseiten einrichten
- Zehn Kundenfragen in ChatGPT und Gemini testen: Wirst du genannt?
- Google-Unternehmensprofil aktualisieren und aktiv Bewertungen sammeln
Webinar zum Nachschauen
Das Zusammenspiel von SEO und GEO ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein laufender Prozess. Im Webinar erhältst du dazu das ganze Vorgehen in 90 Minuten.
Du willst wissen, wo deine Quick Wins liegen? Schreib uns für eine Potenzialanalyse oder per Mail an office@oneline.ch.
