Das Engagement
Quantität interessiert niemanden mehr. Wirklich niemanden. Ein Influencer mit 100’000 Followern, die tot sind? Wertlos. Aber 5’000 aktive Fans, die kommentieren, teilen, diskutieren? Das ist Gold wert.
Auch im Influencer Marketing steht echte Interaktion über leeren Zahlen. Fragen von Followern, echte Diskussionen oder das Teilen von Beiträgen sind starke Indikatoren für eine engagierte Community. Solche Kennzahlen kannst du mit Tools wie HypeAuditor oder SocialBlade analysieren. Was wir in der Praxis sehen: Die Like-Follower-Rate (LFR) liegt in der Schweiz bei etwa 2,6 Prozent, leicht über dem globalen Durchschnitt von 2026. Allerdings läuft mittlerweile ein erheblicher Teil des Contents in Stories und Reels, die nicht in klassischen Statistiken erfasst werden.
Ein Punkt, den viele unterschätzen: Gerade kleinere Accounts weisen ein hohes Engagement auf. Nano- und Mikro-Influencer aus Zürich oder Zug können für lokale Schweizer KMU wesentlich effektiver sein als ein Mega-Account mit diffuser Reichweite. Das solltest du bei der Wahl unbedingt berücksichtigen.
Verschiedene Klassen von Influencern
Der Nano-Influencer hat weniger als 1000 Follower und zeichnet sich durch hohes Engagement, hohe Glaubwürdigkeit und Autorität aus. Zwar besitzt ein Nano-Influencer nur eine geringe Reichweite, was wiederum einen geringen TKP und geringe Streuverluste zur Folge hat.
Ein Mikro-Influencer ist eine Person die weniger als 10.000 Follower hat. Positiv hervorzuheben sind die Engagement Rates, Conversion Rates und die hohe Glaubwürdigkeit. Zumeist bestehen die Follower aus einer homogenen und organisch gewachsenen Audience. Die Kosten für einen engagierten Mikro-Influencer sind übersichtlich. Darüber hinaus zeichnen sich Mikro-Influencer durch ihre Nähe zur Community aus. Sie haben oft persönliche Beziehungen zu einem Teil ihrer Follower und können daher gezielt Vertrauen aufbauen, was die Kaufentscheidung positiv beeinflussen kann.
Bei Makro-Influencern kommt bereits eine Followerzahl von bis zu 50.000 vor. Die grössere Reichweite bedingt einen erhöhten Streuverlust im Vergleich zu kleineren Accounts. Makro-Influencer sind in ihrer Community gut etabliert und sind zumeist über einen längeren Zeitraum am Markt gewachsen. Zudem haben sie einige Erfahrungen mit Kooperationen, gehören aber weniger zu den Nischen-Experten.
Megastars sind bekannte Influencer, die hunderttausende oder sogar Millionen von Followern haben. Die besonderen Stärken der Megastars liegen in ihrer Reichweite und ihrer Professionalität. Allerdings ist die Audience sehr heterogen und die Engagement Rates gering. Auch ist der Trust im Vergleich zu kleineren Accounts weniger ausgeprägt. Die Kosten für eine Zusammenarbeit mit einem Megastar sind sehr hoch.
Schliesslich gibt es noch den Rising Star, der zwar noch nicht besonders bekannt ist, aber viel Potenzial besitzt. Das Wachstum des Accounts ist von entscheidender Bedeutung. Ein grosser Vorteil ist, dass Rising Stars ein hohes Engagement aufweisen. Zudem bietet es sich an, frühzeitig und mitunter günstige Kooperationen einzugehen, um eine langfristige Zusammenarbeit anzustreben.
Influencer-Typen
Das Team von OSK hat zusammen mit dem Marktforschungsinstitut concept m Influencer in sechs verschiedene Typen eingeordnet. Selbstverständlich gibt es nicht immer starre Grenzen zwischen den einzelnen Typen. Vielmehr sind die Einordnungen fliessend und können ineinander übergehen. Dennoch stellt die Einordnung in verschiedene Influencer-Typen eine gute Orientierungshilfe innerhalb der eigenen Kampagnenplanung dar. Eingeteilt wurden die Influencer in die Typen schwelgerische Stil-Inspiratoren, Coaches, Experten, Erklärer, Selbstdarsteller und Unterhalter sowie Missionare.
Schwelgerische Stil-Inspiratoren
Schwelgerische Stil-Inspiratoren sind der Archetyp der Instagrammer und befassen sich zumeist mit Themen wie Beauty, Fashion/Living, Food, Travel oder Autos. Die Beiträge spiegeln sich häufig im Luxussegment wider und sind besonders hochwertig und professionell. Dabei bleiben die Influencer, die zu Stilikonen avancieren, für die Follower nahbar und überzeugen mit emotionalem Content. Dieser erlaubt es, für einen Moment der Realität zu entfliehen. Obwohl es sich um eine rein inszenierte Realität handelt, kommen diese Instagrammer authentisch rüber. Dennoch eignen sich schwelgerische Stil-Inspiratoren längst nicht für jede Kampagne, da mittlerweile zahlreiche Follower diese nahezu perfekte Realität hinterfragen.
Coach
Der Coach ist insbesondere für längerfristige Kampagnen sinnvoll. Weil er langlebige Beziehungen zu seinen Followern aufbaut und diese über einen längeren Zeitraum begleitet. Bedient werden unter anderem Themen wie Lebensberatung, Sport, Fitness, Ernährung oder auch DIY bis hin zu speziellen Nischenthemen. Der Coach bietet seinen Followern eine gewisse Orientierung und Anleitung und wirkt glaubwürdig. Ein Coach nutzt folgende Platformen: YouTube, Instagram, Facebook, Podcasts, Snapchat und Twitch.
Experten
Bei Experten ist der Name Programm. Sie zeichnen sich durch ihr Spezialwissen in allen denkbaren Nischenthemen aus. Dadurch erhalten sie von ihren Followern grosses Vertrauen. Auch wenn die Experten zumeist keine grosse Reichweite aufweisen, können sie mit wenigen Streuverlusten glänzen. Insbesondere für Kampagnen, die komplexe und erklärungsbedürftige Themen zum Inhalt haben, können Experten effektiv eingesetzt werden. Zu finden ist der Influencer-Typ vor allem auf YouTube, LinkedIn, eigenen Blogs oder zum Teil auch auf Instagram.
Erklärer
Ein weiterer Influencer-Typ ist der Erklärer, der als Mentor und Pädagoge fungiert und Vertrauen bei seinen Followern geniesst. Er bietet seinen Followern Orientierungshilfen, Unterstützung und Mehrwert, wenn es darum geht, etwas „zu machen». Erklärer tummeln sich auf Plattformen wie YouTube, Blogs, Twitch, LinkedIn oder sie sind in Podcasts zu hören. Besonders gut geeignet sind Erklärer für Problemlöse-Content und Tutorials.
Selbstdarsteller und Unterhalter
Der Selbstdarsteller und Unterhalter wird häufig mit RealityTV in Verbindung gebracht. Sein Content ist professionell aufgelegt und vor allem im Entertainment gut aufgestellt. Für Kampagnen, bei denen es darum geht, Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Produkt zu lenken, ist der Selbstdarsteller und Unterhalter gut geeignet. Er fungiert als selbstbewusstes Vorbild und als Pausenclown, hat aber mit grossen Streuverlusten zu kämpfen. Im Influencer-Marketing ist zu beachten, dass der Selbstdarsteller und Unterhalter seinen Followern nicht nur Entertainment bietet, sondern auch inhaltlich bzw. fachlich überzeugt. Besonders genutzt werden die Plattformen wie YouTube, Instagram, Snapchat, Twitter oder TikTok.
Missionar
Der letzte Influencer-Typ ist der Missionar. Dieser ist insbesondere auf den Plattformen wie Twitter, YouTube oder Blogs zu Hause. Missionare behandeln vor allem Themen wie Ernährung, alternative Medizin, Politik, Nachhaltigkeit und andere Lebensführungsthemen. Ihre Glaubwürdigkeit basiert häufig auf Expertise oder persönlichen Erfahrungen. Unternehmen, die mit Missionaren arbeiten, sollten sicherstellen, dass deren Werte und Überzeugungen mit den eigenen Markenwerten übereinstimmen, um Authentizitätsprobleme zu vermeiden. Er fungiert zumeist als Vorkämpfer und idealisiertes Vorbild, da er seinen Followern an besonderen Wahrheiten teilhaben lässt. Dadurch ist er in der Lage, Einfluss auf die Einstellungen der Zielgruppe zu nehmen. Die Influencer Marketing Agentur Schweiz soll darauf achten, dass die Botschaften weder belehrend noch abfällig transportiert werden.
Das Budget für Influencer Marketing
Für jede Influencer Marketing Agentur in der Schweiz spielt das Budget eine besondere Rolle. Das Marketing funktioniert nur dann, wenn die Kosten und die Zusammensetzung der Honorare von Anfang an bekannt sind. Zumeist wird der Preis mittels TKP festgelegt. Hinzu können Kosten für Reisen, Produktion u. ä. kommen. Zusätzlich können Kosten für Sonderformate entstehen, wie beispielsweise interaktive Formate (Umfragen, Q&A-Sessions) oder Livestreams, die eine intensivere Bindung zur Zielgruppe schaffen. Diese Formate erfordern jedoch oft mehr Vorbereitung und technisches Know-how. Auch eine gewisse Exklusivität ist meist teurer. Unabhängig davon ist der Preis stets Verhandlungssache.
Der TKP ist abhängig von der Plattform, der Anzahl der Follower bzw. der Views und sogar vom Thema, um das es gehen soll. Bei Instagram beläuft sich der TKP auf etwa vier bis zwölf Franken, bei Stories liegt er bei CHF 30 bis 40. Beeinflusst wird der TKP zudem durch das Brandfit und das mögliche Risiko, das sowohl der Influencer als auch das Unternehmen eingeht.
Soll der zu erstellende Content auch über die Kampagne hinaus genutzt werden, ist dies mit weiteren Kosten verbunden. Dies sollte mit der Influencer Marketing Agentur Schweiz abgesprochen werden. Diese Möglichkeit, auch als Media Buyout bezeichnet, sollte zudem vertraglich festgehalten werden. Da der Content in erster Linie für nur eine Kampagne erstellt wurde. Es macht aber durchaus Sinn, den Media Buyout für sich zu nutzen. Der Content auf schnelllebigen Plattformen wie Instagram schnell wieder verschwunden ist. So kann auch nach Ablauf der Kampagne weiterhin vom produzierten Beitrag profitiert werden.
Weitere Kosten, die im Influencer-Marketing entstehen können, fallen im Rahmen von Exklusivität und Blacklisten an. Dies bedeutet, dass höhere Kosten anfallen, wenn der Influencer vertraglich zusichern soll, für einen bestimmten Zeitraum nur für ein Unternehmen zu arbeiten. Auch eine Blacklist, die beispielsweise bestimmte Marken ausschliesst, stellt einen exklusiven Deal dar.
Grundsätzlich sind vor Veröffentlichung eines Posts Freigaben des Auftraggebers erforderlich. Die Kosten für solche Freigabeschleifen sind meist im TKP enthalten. Bei wiederholten Interaktionen zwischen Influencer und Unternehmen können allerdings weitere Kosten entstehen. Dies sollte unbedingt im Vorwege vertraglich geregelt sein.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob ein Influencer echte Follower hat?
Schau dir die Kommentare an. Sind es echte Fragen und Diskussionen? Oder nur Emojis und generisches «Nice post»? Tools wie HypeAuditor oder Social Blade zeigen dir zudem verdächtige Follower-Sprünge. Ein organisches Wachstum ist immer das bessere Zeichen.
Was kostet Influencer Marketing in der Schweiz wirklich?
Nano-Influencer arbeiten oft schon für Produktsamples oder kleine Budgets ab CHF 100 bis 300. Mikro-Influencer verlangen zwischen CHF 500 und 3000 pro Post. Makro- und Mega-Influencer liegen schnell im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Der TKP ist aber nur ein Faktor. Engagement und Brandfit zählen mehr.
Sind lokale Schweizer Influencer effektiver als grosse internationale?
Für Schweizer KMU definitiv. Ein Zürcher Influencer mit 8000 lokalen Followern kann mehr Conversions bringen als ein deutscher Account mit 100’000 diffusen Followern. Die Nähe zur Zielgruppe und das Vertrauen sind entscheidend. Wir sehen das in unseren Kampagnen immer wieder.
Wie messe ich den Erfolg einer Influencer-Kampagne?
Likes und Kommentare sind nett, aber nicht alles. Schau dir an: Wie viele Klicks kamen auf die Landingpage? Wie viele Conversions? Wie hat sich die Brand Awareness entwickelt? UTM-Parameter und Trackinglinks sind dein Freund. Und: Frag den Influencer nach Insights zu Reichweite und Impressions.
Dieser Beitrag wurde vom ONELINE-Team verfasst. Wir begleiten Schweizer Unternehmen seit über 10 Jahren in der digitalen Transformation. Von SEO und SEA bis hin zu KI-Automation und Lead Generierung.