Produkt richtig in Szene setzen
Wichtig ist unterdies vor allem, dass die zu vermarktenden Produkte zielgruppenorientiert und authentisch angeboten werden. Hierbei ist in erster Linie der Influencer gefragt, da dieser seinen Einfluss auf die Follower genau kennt und weiss, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Zudem beschäftigen sich viele Influencer seit Jahren mit dieser Form des Marketings und sind mehr oder weniger Profis in diesem Social Media Bereich. Gerade diejenigen, die bereits in den Anfängen von YouTube, Instagram etc. dabei waren, sind prädestiniert dafür, bestimmte Produkte sehr authentisch zu bewerben. Denn sie haben sich in einer Zeit eine Reichweite aufgebaut, in der es noch nicht um das Vermarkten von Produkten gegen ein bestimmtes Entgelt ging. Durch den Fokus auf authentische Inhalte und die Nähe zu ihrer Community haben viele Influencer ein tiefes Vertrauen aufgebaut. Diese Vertrauensbasis ist heute entscheidend, um Produkte erfolgreich zu präsentieren und die Kaufentscheidung positiv zu beeinflussen. Es ging vor allem um die Begeisterung für bestimmte Themen, die mit weiteren Interessierten geteilt wurde. Erst mit der Zeit wurden beispielsweise Schmink-Tutorials etwa dafür genutzt, Pflegeprodukte gezielt zu bewerben.
Die Auswahl des für das eigene Produkt passenden Influencers kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Für die Suche können neben verschiedenen Tools und Datenbanken auch spezialisierte Agenturen herangezogen werden. Dennoch sollte die persönliche Ebene nicht ausser Acht gelassen werden, da im Influencer Marketing vor allem die menschliche und persönliche Seite eine grosse Rolle spielen. Denn nur Inhalte, von denen sich die Follower persönlich angesprochen fühlen, können zu dem gewünschten Ergebnis führen.
Damit die Postings in der täglichen Flut von Beiträgen jedoch nicht untergehen, werden diese immer aufwendiger. Es reicht schon lange nicht mehr aus, einfach nur ein gutes Bild zu posten. Denn was genau so wichtig ist, ist die passende Geschichte dazu. Idealerweise wird die Story dann nicht nur auf einer Plattform verbreitet, sondern parallel auf vielen verschiedenen. Durch eine gut produzierte Story lässt sich Vertrauen zu den Followern aufbauen, was wiederum enormen Einfluss auf den Absatz bestimmter Produkte hat.
Engagement ist beim Influencer Marketing wichtig
Allerdings geht es im Influencer Marketing nicht allein um eine besonders grosse Reichweite. Von besonderer Bedeutung ist ebenfalls das zielgruppengerechte Engagement mit der Community. Dies führt zu einem häufig effektiveren Marketing als dies beispielsweise durch TV-Spots möglich ist. Vor allem das im Vergleich zur TV-Werbung für Unternehmen preiswertere Influencer Marketing macht die Zusammenarbeit mit Influencern besonders attraktiv. Nicht ausser Acht zu lassen ist ebenfalls, dass die Follower die Werbung der Influencer bewusster wahrnehmen und dabei zumeist ein gutes Gefühl vermittelt bekommen, wenn das „Idol» authentische Empfehlungen ausspricht. Dabei spielt die Interaktion eine zentrale Rolle: Kommentare, Likes und Direktnachrichten zwischen Influencern und ihren Followern verstärken die Bindung und schaffen eine Atmosphäre, in der Werbebotschaften weniger aufdringlich wirken. Dennoch ist das Influencer Marketing kein Spiel, sondern ein skaliertes Business, bei dem es um nicht weniger als das reine Geldverdienen geht.
Was wir bei der Beratung von Schweizer KMU immer wieder sehen: Gerade Unternehmen aus Zürich und Zug setzen zunehmend auf Micro-Influencer mit 10’000 bis 50’000 Followern. Die Engagement-Rate ist hier oft deutlich höher als bei den grossen Namen. Für viele lokale Brands funktioniert das besser als eine einmalige Zusammenarbeit mit einem Mega-Influencer.
Ausserdem wird der Einfluss durch das Influencer Marketing stets grösser. Aktuelle Studien zeigen, dass 2026 bereits über 25 Prozent der 15- bis 35-Jährigen regelmässig Kaufentscheidungen aufgrund von Influencer-Empfehlungen treffen. Besonders interessant:
– Etwa 72 Prozent der Befragten zwischen 20 und 29 Jahren haben schon einmal aufgrund einer Empfehlung eingekauft.
– Frauen kaufen nach wie vor überwiegend Beauty- und Fashion-Produkte, während Männer verstärkt auf Tech- und Gaming-Content reagieren.
– TikTok hat sich als Kauftreiber etabliert und liegt bei der Gen Z mittlerweile vor Instagram.
– 58 Prozent achten heute bewusst darauf, ob eine Kooperation transparent gekennzeichnet ist. Authentizität schlägt pure Reichweite.
Interview mit Sabrina Heinke, Bloggerin und Influencerin (Mamahoch2)
Die Bloggerin und Influencerin Sabrina Heinke liess sich in einem Interview hinter die Kulissen schauen. Bereits seit 2015 macht sie für Marken auf verschiedenen Plattformen Werbung. Mittlerweile beschäftigt sie bereits zwei Angestellte.
Für Sabrina Heinke hat alles 2013 angefangen, als das Thema Kooperation noch keine grosse Rolle gespielt hat. Fast alles spielte sich in Blogs ab. Mit der Zeit änderte sich dies jedoch, weil immer mehr Unternehmen für sich erkannten, dass Influencer gezielt und vor allem erfolgreich Werbung betreiben können. Heute wird in erster Linie Instagram für das Bewerben von Produkten verwendet. Facebook oder auch Blogs sind nicht mehr so sehr gefragt.
Da die Ansprüche der Nutzer von beispielsweise Instagram immer mehr steigen, werden auch die Anforderungen an die Influencer immer grösser. Dies betrifft nicht nur die Qualität der Inhalte, sondern auch die Analysen nach der Veröffentlichung. Sabrina Heinke hebt hervor, dass Marken zunehmend Wert auf detaillierte Berichte legen, in denen die Reichweite, die Interaktion und der Erfolg der Kampagne dokumentiert werden. Auch die Unternehmen stellen ganz klar fest, was sie genau von der zu schaltenden Werbung erwarten. Für Sabrina Heinke ist vor allem wichtig, dass das Produkt, welches sie bewerben soll, auch zu ihr passt. Denn nur, wenn sie zu 100 % hinter einem Produkt steht, schaltet sie dafür auch Werbung. Andernfalls kommt sie bei ihren Followern nicht authentisch rüber und verliert an Glaubwürdigkeit. Zudem achtet sie darauf, nur einmal in der Woche Werbung zu schalten, da sie kein reiner Werbekanal sein möchte, sondern einen Mehrwert für ihre Follower bieten will. Von Bedeutung ist für sie allerdings auch die Bezahlung.
Einen Blogeintrag gibt es bei ihr für CHF 1’500.-, ein Instagram-Post kostet CHF 250.- und eine Instagram Story CHF 1’000.- (abhängig von der Anzahl der Follower und Views). Für einen Eintrag bei Facebook sind CHF 250.- bis CHF 500.- zu zahlen. Sabrina Heinke befasst sich hauptsächlich mit allem rund um die Themen Familie, DIY und Kindern. Etwa 96 % ihrer Zielgruppe sind Frauen zwischen 25 und 45 Jahren.
Verfolgt uns weiter auf dieser Blog-Reihe zum Thema Influencer Marketing. In den kommenden Beiträgen dieser Serie werden wir tiefer in Themen wie die Auswahl der richtigen Influencer, die Bedeutung von Plattformen wie TikTok und Instagram sowie die Optimierung von Influencer-Kampagnen eintauchen. Bleiben Sie dran, um das volle Potenzial von Influencer Marketing zu entdecken.
Häufige Fragen
Lohnt sich Influencer Marketing für kleinere Schweizer Unternehmen?
Absolut. Gerade mit Micro-Influencern aus der Region lassen sich oft bessere Resultate erzielen als mit grossen Namen. Die Kosten sind überschaubar und die Zielgruppe meist sehr präzise.
Wie finde ich den richtigen Influencer für mein Produkt?
Wichtig ist nicht nur die Followerzahl, sondern vor allem die Engagement-Rate und die thematische Passung. Tools wie HypeAuditor helfen bei der Analyse, aber am Ende zählt das Bauchgefühl: Passt der Influencer wirklich zu meiner Marke?
Wie transparent muss Werbung gekennzeichnet werden?
In der Schweiz gelten klare Regeln: Bezahlte Kooperationen müssen deutlich als Werbung gekennzeichnet sein. Hashtags wie #ad oder #werbung sind Pflicht. Wer das ignoriert, riskiert nicht nur rechtliche Konsequenzen, sondern auch massiven Vertrauensverlust.
Welche Plattform funktioniert 2026 am besten?
Das hängt von der Zielgruppe ab. Instagram bleibt stark bei Mode und Lifestyle, TikTok dominiert bei der Gen Z, LinkedIn gewinnt im B2B-Bereich. Die Frage ist weniger «welche Plattform», sondern «wo ist meine Zielgruppe wirklich aktiv».
Dieser Beitrag wurde vom ONELINE-Team verfasst. Wir begleiten Schweizer Unternehmen seit über 10 Jahren in der digitalen Transformation – von SEO und SEA bis hin zu KI-Automation und Lead Generierung.